Rügen im 18. Jahrhundert

Schwedisch-Brandenburgischer Krieg

1674 - 1679

Rettung von Rügen

Sollte Detlef von Rumohr als Angehöriger der Brandenburgischen/Dänischen Armee in den Kriegen gegen die Schweden um Rügen! Vorpommern (1653-1678) von diesen gefangen genommen worden sein, könnte seine Auslösung wie folgt geschehen sein:

Die Kappelner Schiffe machten im Jahr 1 bis 2 Reisen mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen in die Ostsee und nach dem Kattegat und Skagerak, so auch nach Vorpommern und Rügen. Nach der Gefangennahme von Rumohr und der Verhandlung über sein Lösegeld könnte ein Bote in 1 bis 1,5 Wochen über Land nach hier kommen (wegen der Kriege aber unwahrscheinlich) oder mit einem der Kappelner Schiffe die dort gelöscht hatten nach Kappeln gefahren sein. Reisedauer auch 1 bis 1,5 Wochen.

Nach Zusammentragen des Lösegeldes könnten es Hans Thiess und Jan Gerth‚ trotz der Kriegsgefahr‚ gewagt haben‚ nachdem sie wieder Waren in Kappeln übernommen hatten‚ noch eine Reise nach Rügen/Vorpommern zu machen. Sie werden höchstwahrscheinlich hier in Kappeln die begehrte "Grasbutter" (Butter von grasenden Kühen auf der Weide und nicht aus Stallhaltung) geladen haben um dort einen guten Verdienst zu erlagen. Eine Kostenerstattung für die Reise werden sie hier in Kappeln sicher nicht erhalten haben, da das Lösegeld wohl schon eine beträchtliche Belastung für die Bürger (auch bei einem Anteil aus einer entsprechenden Kasse) war.

Die Ausreise wird dann wohl im Juli/August stattgefunden haben. Die Rückreise von Rügen sicherlich nicht vor Verkauf ihrer Waren und der Lösegeld/Befreiungszeremonie, September/Oktober, angetreten worden sein. Da zu der Jahreszeit schon konträre Winde aus West mit entsprechender Stärke in der Ostsee vorkommen kann die Ankunft in Kappeln unter Umständen erst zwei bis drei Wochen nach Abgang in Rügen gewesen sein.

Es kann gut sein, dass von Rumohr bei schlechtem Wetter und ohne Bequemlichkeit auf dem kleinen Schiffe ‚ auch mögliches Ankern unter den schwedischen Küste, evtl. Logis in den flachen kleinen Laderaum, später so verärgert war‚ dass er die Klage gegen die Kappler Bürger im November 1666 in Flensburg vor Gericht einreichte bzw. sie dort verhandelt wurde. Da von der Vorbereitung einer Klage bis zu einem Gerichtstermin im November 1666 sicher eine längere Zeit vergangen sein wird, ist anzunehmen, dass von Rumohr Ende 1665 in Kappeln eingetroffen sein muss.

Da von Rumohr 1678 als Gouverneur von Rügen gefallen ist, kann ich mir vorstellen, dass er wegen seiner Kenntnisse der Insel aus dem Krieg gegen die Schweden, diesen Posten inne hatte und auf Rügen in Gefangenschaft geriet und nicht auf Kreta. Der Name der "Türkengilde" kann auch auf die Einrichtung der genannten Kasse zurückgehen. Sicher bin ich ‚ dass zwei Mann in einem Schiff von 8 bis 10 m. Länge nicht in 8 bis 10 Monaten nach Kreta und zurück konnten.

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